Was ist Trinkwasser?
Als Lebensmittel wird Trinkwasser meist unterschätzt. In Österreich ist die Ressource so einfach und komfortabel zugänglich, dass sich KonsumentInnen oft nicht bewusst sind, was dahintersteckt. Damit Wasser aus der öffentlichen Versorgung als Trinkwasser gilt, muss es höchste gesetzliche Qualitätsanforderungen erfüllen. Regelmäßige Kontrollen stellen sicher, dass diese Standards dauerhaft eingehalten werden.
Österreichs Wasserschatz
Der Niederschlag und die Grundwasserressourcen sind in Österreich sehr unterschiedlich verteilt. Die Niederschlagsmenge schwankt von 500 mm bis 2.000 mm pro Jahr und liegt im Durchschnitt bei 1.190 mm. Dies entspricht einer Wassermenge von rund 99,8 Mrd. m³ verteilt über ganz Österreich. Davon fließt ein Großteil oberirdisch bzw. oberflächennah in die Fließgewässer ab oder verdunstet. Nur knapp 27 % des Niederschlags versickert ins Grundwasser und wird dort mittel- bis längerfristig zwischengespeichert.
Generell kann der Trinkwasserbedarf in Österreich aus dem Grundwasser gedeckt werden. Lokal und regional kann sich die Situation unterschiedlich darstellen und Maßnahmen zur Absicherung der Versorgungssicherheit erforderlich machen.
Die jährliche Verfügbarkeit liegt aktuell bei 5,9 Mrd. m³ und der Bedarf bei 1,2 Milliarden m³.
Szenarien zur zukünftigen Entwicklung bis 2050 zeigen eine potenzielle Zunahme des jährlichen Wasserbedarfs um 5 bis 7 % und eine potenzielle Abnahme der verfügbaren Grundwassermenge um bis zu 23 %.
Es gilt daher unseren Wasserschatz sorgsam zu verwalten damit auch im Fall von Wassermangellagen die Trinkwasserversorgung gesichert ist.
Quelle: Wasserschatzstudie 2021
Ein wichtiger Aspekt in Bezug auf die Wasserversorgung in Österreich ist, dass ausschließlich Grundwasser zur Trinkwasserversorgung verwendet wird. Grundwasser befindet sich im Untergrund und ist daher deutlich besser geschützt, als das Oberflächenwasser. Das bedeutet, dass die Trinkwasserqualität von Grund aus schon sehr hoch ist, da der Boden als natürlicher Filter agiert. Insofern sind in unseren Wasserressourcen nur geringe Spuren menschlicher Aktivitäten zu finden und nur in geringem Ausmaß Aufbereitungen notwendig.
Wassermengen auf Aufbereitung
- 66% gänzlich ohne Behandlung
- 27% nur Desinfektion
- 6% konventionelle Wasserbehandlung (z.B. Filtration, Enteisenung etc.)
- 27% weitergehende Wasserbehandlung (z.B. Nitratreduktion)
Abbildung: Wassermengen und Aufbereitung
Quelle: ÖVGW-Benchmarking: Grafik auf Basis der teilnehmenden WVU
Wasser als gesundheitsförderndes Element
Wasser ist für uns ein lebensnotwendiges Nahrungsmittel. Eine erwachsene Person besteht circa zu 60 % aus Wasser. Etwa ¼ der körpereigenen Flüssigkeitsmenge wird in der Haut gespeichert. Das Lebensmittel enthält wichtige Mineralstoffe und ist so vor allem für den Stoffwechsel aber auch für die Temperaturregulation zuständig. Wer zu wenig Wasser konsumiert, kann an zahlreichen Folgeerkrankungen leiden. Darum ist es besonders wichtig, zwischen zwei und drei Litern Wasser pro Tag zu trinken oder es über Nahrungsmittel mit hohem Wasseranteil, wie beispielsweise Gemüse und Obst, zu sich zu nehmen. Dies gilt insbesondere für SportlerInnen, die einen gesteigerten Wasserverbrauch haben und daher in der Stunde 500 ml bis 1.000 ml zusätzlich trinken sollten.
Am besten achtet man darauf, dass pro Stunde etwa 1/8 Liter Wasser konsumiert werden. Ein großes Glas Wasser sollte immer in Sichtweite stehen. Außerdem trinkt man am besten schon morgens nach dem Aufstehen und vor dem Schlafengehen noch etwas Wasser, um in der Nacht hydriert zu bleiben und gleich frisch und munter in den Tag zu starten.
Aufmerksamer Wassergebrauch im Haushalt
Der durchschnittliche Verbrauch von Trinkwasser nimmt in Österreich geringfügig ab, obwohl die Bevölkerung zunimmt. Dies ist vor allem auf moderne Haushaltsgeräte und Sanitärinstallationen zurückzuführen. Beispiele für den durchschnittlichen Verbrauch für ausgewählte Wassernutzungen:
2 Liter
2 Liter
6 Liter
14 Liter
12 Liter
34 Liter
25 Liter
Das Kochen und Trinken macht den kleinsten Teil unseres Wasserverbrauches aus. Geschirrspüler sind – wenn vollbeladen – richtige Wassersparer und benötigen pro Waschgang nur 6 Liter. Eine Waschmaschine braucht mit 14 Litern hingegen mehr als die doppelte Wassermenge. Etwa 12 Liter werden täglich im Außenbereich für z. B. das Gießen der Pflanzen benötigt und 7 l je Einwohner und Tag für eine Poolnutzung. Für die Toilettenspülung werden im Tagesdurchschnitt etwa 34 Liter verwendet, zum Duschen etwa 25 Liter.
Quelle: WAVE Studie
Tipps für einen bewussten Umgang mit Wasser
Obwohl dieser Wasserverbrauch schon optimiert ist, gibt es noch einige Tipps, wie im eigenen Haushalt unkompliziert Wasser noch effizienter eingesetzt werden kann. Der erste Schritt ist das Informieren über den eigenen Wasserverbrauch. So wird ersichtlich, wie sich die eigenen Wassersparmaßnahmen ausgewirkt haben.
1. Duschen statt baden
Ein Vollbad benötigt etwa dreimal so viel Warmwasser und Energie wie eine ausgiebige Dusche. Wer regelmäßig duscht, spart Wasser und Energie.
2. Wassersparende Armaturen verwenden
Spar-Duschköpfe reduzieren den Wasserverbrauch um bis zu 30 %, ganz ohne Komfortverlust.
3. Kleine statt großer Taste am WC
Nutze die Spartaste an der WC-Spülung. So lassen sich mehrere Liter Wasser pro Spülgang einsparen.
4. Wasserhähne abdrehen
Beim Zähneputzen oder Einseifen unter der Dusche Wasser abdrehen. Das spart täglich mehrere Liter.
5. Tropfende Wasserhähne reparieren
Ein tropfender Hahn kann bis zu 15 Liter Wasser am Tag verschwenden. Dichtungen regelmäßig prüfen!
6. Effiziente Geräte richtig nutzen
Spül- und Waschmaschinen verbrauchen heute weniger Wasser als das Spülen per Hand – aber nur, wenn sie voll beladen betrieben werden.
7. Wasser wiederverwenden
Restwasser vom Gemüsewaschen muss zum Beispiel nicht weggeschüttet werden, es eignet sich hervorragend zum Gießen von Zimmerpflanzen.
8. Wasser sparen im Garten
Gieße mit Regenwasser und am besten in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Weniger Rasenmähen hilft zusätzlich, den Boden vor dem Austrocknen zu schützen.
9. Pools befüllen – aber mit Köpfchen!
Heiße Sommertage und den eigenen Pool befüllen oder nachfüllen? Wenn viele Haushalte gleichzeitig ihre Pools befüllen, kann das die Trinkwasserversorgung stark belasten. Um Druckabfälle und Versorgungslücken zu vermeiden, beachte bitte folgendes:
- Termin zur Befüllung mit dem Wasserversorger abstimmen
- Reinigen, Spülen und Befüllen über mehrere Tage einplanen
- Nachtstunden nutzen, denn da ist der allgemeine Wasserverbrauch am geringsten
- Nur über den eigenen Trinkwasserhausanschluss befüllen.
Weitere Informationen zu Trinkwasser, zur Trinkwassernutzung oder zu Veranstaltungen rund um das Thema Trinkwasser gibt es auf der Seite wasseraktiv.at des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft.