Laufender Betrieb und Investitionen in die Wasserversorgung führen zu Wertschöpfungseffekten von 12,8 Mrd. Euro.
Die Investitionen in die Trinkwasserversorgung und der laufende Betrieb hatten im Jahr 2024 einen Bruttowertschöpfungseffekt von etwa 12,8 Milliarden Euro, die durch 100.500 Beschäftigte erwirtschaftet werden. Das entspricht rund 2,8 % der gesamten Bruttowertschöpfung in Österreich. Das belegt die neue Studie „Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Österreichs Wasserversorgern“ des Economica Institut für Wirtschaftsforschung, die im Auftrag der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) erstellt wurde.
Kofinanzierung rechnet sich: Trinkwasser-Investitionen stärken Wirtschaft
Die fiskalischen Effekte von Investitionen in die Trinkwasserversorgung verteilten sich im Jahr 2024 wie folgt: Der größte Anteil entfiel mit jeweils rund 37 % auf die Sozialversicherungen und den Bund. Es folgen die Länder mit 11 %, die Gemeinden mit 10 % und andere Körperschaften des öffentlichen Rechts mit knapp 5 %.
„Kofinanzierung rechnet sich!“, so ÖVGW-Vizepräsident Mag. Nikolaus Sauer und ergänzt: „Von den getätigten Investitionen in die Trinkwasserwirtschaft profitieren alle – und am meisten die Bevölkerung durch eine gesicherte Trinkwasserversorgung. Vor allem die technischen Anpassungen an den Klimawandel sowie der Erhalt der in die Jahre gekommenen Infrastruktur sind sehr kostenintensiv. Diese Investitionen sind auch ein guter Motor, um die geringe österreichische Konjunkturdynamik anzutreiben.“
Investitionen in die Wasserversorgung fließen Großteils in die heimische Wirtschaft
Die mit den Investitionen in die Trinkwasserversorgung in Zusammenhang stehenden Beschäftigungseffekte betrugen allein für das Jahr 2024 mehr als 3.100 Arbeitsplätze. So viele Menschen sind laufend damit betraut, auch zukünftig eine hochwertige und sichere Wasserversorgung zu gewährleisten. Durch den Bezug von Vorleistungen aus anderen Bereichen der Wirtschaft stellt die Trinkwasserversorgung einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar und trägt so zu Wertschöpfung und Beschäftigung bei. „Für jeden in die Trinkwasserversorgung investierten ‚Förder-Euro‘ werden zum Beispiel bei einer Förderquote von 15 Prozent 6,48 Euro an Investitionen bzw. 4,40 Euro an inländischer Wertschöpfung generiert. Eine Win-win-Situation für alle“, sagt Nikolaus Sauer, Sprecher des Wasserfachs.
„Mit den Investitionstätigkeiten des Jahres 2024 steht ein Förderungsvolumen von etwa 69,3 Mio. Euro in Verbindung. Vergleicht man diesen Wert mit den quantifizierten fiskalischen Effekten von etwa 146 Mio. Euro, wird sofort sichtbar, dass die Rentabilität aus Sicht der öffentlichen Hand äußerst positiv ist.“, sagt Studienautor Christian Helmenstein.
Für den Werterhalt und die langfristige Absicherung der Infrastruktur der österreichischen Trinkwasserversorgung sind bis zum Jahr 2030 Investitionen in Höhe von etwa 4,3 Milliarden Euro erforderlich. Diese Investitionen würden langfristig zu einer Bruttowertschöpfung von knapp 3 Milliarden Euro führen und rund 30.000 Jahresbeschäftigungsverhältnisse sichern oder schaffen. Würde der Bund stärker in den Werterhalt der Trinkwasserversorgungsanlagen investieren, könnten nahezu doppelt so viele Arbeitsplätze gesichert werden, wie es bei Maßnahmen der Fall wäre, die lediglich den Betrieb der Anlagen aufrechterhalten.
Forderungen der ÖVGW
- Jährliche Kofinanzierung der Trinkwasserversorgung in Höhe von mindestens 150 Millionen Euro seitens des Bundes für den Werterhalt von bestehenden Anlagen.
- Zusätzliche Mittel des Bundes im Rahmen der Anpassungen an den Klimawandel.
„Investitionen in die Trinkwasserversorgung stärken die langfristige Versorgungssicherheit. Die eingesetzten Fördermittel verbleiben überwiegend in der heimischen Wirtschaft und tragen zur Sicherung von Arbeitsplätzen sowie zur Stärkung der Konjunktur bei“, so ÖVGW-Vizepräsident Sauer.
Eine Kurzfassung der Studie finden Sie hier als DOWNLOAD
Eindrücke von der Pressekonferenz
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Fotos: ©Daniel Hinterramskogler