Woher kommt unser Trinkwasser?
Wasser verdunstet, fällt als Niederschlag auf die Erde, sickert durch den Boden ins Grundwasser und speist dadurch Brunnen und Quellen, aus denen wir das Wasser entnehmen. So funktioniert vereinfacht der Wasserkreislauf.
Wasser ist ständig in Bewegung. Es kann nicht „zurückgelegt“ oder „für andere Zwecke aufbewahrt“ werden. In diesem ewigen Kreislauf von Verdunstung, Transport durch Wind, Niederschlag, Abfluss, Versickerung und neuerlicher Verdunstung wird die Wassermenge in Summe nicht verändert – die Wassermenge auf unserer Erde bleibt also konstant. Die Menschen entnehmen das benötigte Wasser aus dem Wasserkreislauf und führen es nach dem Gebrauch wieder dem Wasserkreislauf zu. Das Wort „Wassergebrauch“ wäre also eigentlich treffender als „Wasserverbrauch“.
Was ist der Unterschied zwischen Grundwasser und Trinkwasser?
Trinkwasser stammt aus Grundwasser. Trinkwasser muss strengen gesetzlichen Anforderungen entsprechen, um als solches bezeichnet zu werden.
Grundwasser hat den Vorteil, dass es im Untergrund im Vergleich zu Oberflächenwasser besser geschützt ist. Außerdem dienen die Sedimentschichten als natürliche Filter gegen Schadstoffe. Trotzdem ist die Qualität des Grundwassers keine Selbstverständlichkeit. Die Wasserversorger sichern mit hohem Aufwand die Wasserqualität mit durchgehenden, lückenlosen und strengen Kontrollen, um dem Lebensmittelbuch und den gesetzlichen Vorgaben für Trinkwasser zu entsprechen.
Denn in einigen Gebieten Österreichs finden sich auch Spuren menschlicher Aktivitäten, wie zum Beispiel Landwirtschaft, im Grundwasser wieder, die gegebenenfalls durch Aufbereitungsmaßnahmen wieder entfernt werden müssen. Ein wesentliches Ziel ist es daher, das Grundwasser allgemein, speziell aber in Trinkwassereinzugsgebieten, möglichst sauber zu halten. Hierbei nehmen intakte Böden als natürliche Filter eine wichtige Rolle ein.
Durch Grundwasserüberwachungssysteme sind Wasserversorger in der Lage, allfällige Schäden am Grundwasser frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu setzen.
Video: © Katharina Petsche
Transkript des Videos
Wie funktioniert die Trinkwasserversorgung?
Man dreht den Wasserhahn auf und Trinkwasser fließt aus der Leitung. Aber wie kommt das Wasser in den Wasserhahn?
100% unseres Trinkwassers werden durch Quellen und Brunnen aus dem gut geschützten Grundwasser entnommen. Bei Quellen tritt das Grundwasser von selbst an die Oberfläche. Bei Brunnen muss das Grundwasser aus unterschiedlichen Tiefen an die Oberfläche gepumpt werden.
Ein großer Teil des so gewonnenen Grundwassers in Österreich hat bereits eine sehr gute Qualität. Manchmal müssen jedoch vorhandene Verunreinigungen durch physikalische und mikrobiologische Aufbereitung entfernt werden.
Nach der Gewinnung wird das Wasser in Trinkwasserbehältern gespeichert. Dadurch kann ein ständig gleicher Wasserdruck in den Leitungen gewährleistet und Verbrauchsschwankungen ausgeglichen werden.
Über Verteilungsleitungen wird das Wasser vom jeweiligen Trinkwasserversorger an die angeschlossenen Haushalte verteilt. Rund 81.000 Kilometer Rohrleitungen werden in Österreich betrieben, in Stand gehalten, gewartet und laufend erneuert.
Die Trinkwasserversorger sorgen für eine sichere und hochqualitative Wasserversorgung. Sie sind 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr in Bereitschaft und leisten im Fall eines Gebrechens sofort Abhilfe.
Bevor das Trinkwasser in der Hausinstallation zum Wasserhahn gelangt, läuft es noch über den Wasserzähler, wo die gelieferte Menge erfasst wird. Und schon steht frisches, hochqualitatives Trinkwasser aus dem Wasserhahn zur Verfügung.
Weitere Infos rund ums Trinkwasser findest du auf www.unsertrinkwasser.at
Herkunft des Trinkwassers
- Grundwasser
- Oberflächenwasser
Abbildung: Herkunft des Trinkwasser (Quelle: ÖVGW)
Wassermengen auf Aufbereitung
- 66% gänzlich ohne Behandlung
- 27% nur Desinfektion
- 6% konventionelle Wasserbehandlung (z.B. Filtration, Enteisenung etc.)
- 1% weitergehende Wasserbehandlung (z.B. Nitratreduktion)
Abbildung: Wassermengen und Aufbereitung
Quelle: ÖVGW-Benchmarking: Grafik auf Basis der teilnehmenden WVU