Besser schützen, besser nützen.

Wasser wird knapp

Grundwasser­spiegel sinkt, Verbrauch steigt!

Besser schützen, besser nützen.

Auch wenn Österreich nach wie vor ausreichend Trinkwasser hat, wird es doch immer weniger: Die Grundwasserspiegel sinken. Gleichzeitig steigt der Verbrauch durch den Klimawandel und längere Trockenperioden stark an. Damit nicht genug: Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft verbrauchen den Großteil unseres Trinkwassers und das zum Teil unkontrolliert. Gerade in der Landwirtschaft mit vielen tausenden Feldbrunnen fehlen verpflichtende Messungen der Wasserentnahme (Wasserzähler). Außerdem muss die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung bei Wassermangel Vorrang haben. Es braucht daher besser heute als morgen verbindliche rechtliche Regelungen, um den Wasserverbrauch zu erfassen und unser Trinkwasser zu schützen – und besser zu nützen.

Der Klimawandel wartet nicht auf die Politik
Unser Trinkwasser braucht jetzt ein neues Gesetz!

Die Trinkwasserversorgung kommt in Österreich zunehmend unter Druck. Deshalb braucht es  jetzt entschlossenes Handeln von Landwirtschaftsminister Totschnig für eine Novelle des Wasserrechtsgesetzes. Die ÖVGW hat bereits einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt.

Der Klimawandel ist längst in Österreichs Wasserversorgung angekommen. Der Frühling 2026 war mit einem Temperaturanstieg von +1,4 °C deutlich zu warm und mit einem Niederschlagsdefizit von etwa 50 Prozent der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen. Gleichzeitig blieben die Schneemengen im Winter 2025/2026 deutlich unter dem langjährigen Mittel – mit gravierenden Folgen für die Grundwasserreserven.

Die Auswirkungen sind jetzt in weiten Teilen Österreichs sichtbar: Mehr als 90 Prozent der Grundwasserpegel liegen – aktuell im niedrigen bis sehr niedrigen Bereich – von Salzburg über Niederösterreich bis Kärnten. Vielerorts wurden sogar die niedrigsten Grundwasserstände der vergangenen 100 Jahre unterschritten. Für viele Wasserversorger ist diese Entwicklung alarmierend – und für das einst wasserreiche Österreich ein Warnsignal, das nicht länger ignoriert werden darf. Gleichzeitig verschärfen der fortschreitende Klimawandel und der steigende Wasserbedarf – insbesondere für die landwirtschaftliche Bewässerung – den Druck auf die verfügbaren Wasserressourcen weiter.

Abbildungen: Wasserhaushalt Österreich: Jänner 2026 im Vergleich zu Juli 2026. Prozentuale Aufteilung der monatlichen Durchflüsse entsprechend den ausgewerteten Messstellen, dargestellt für die Planungsräume und Österreich. Kategorisierung der aktuellen Monatsmittel: sehr hoch = über dem 95%-Quantil des Vergleichszeitraums, hoch = zwischen dem 75%- und 95%-Quantil, mittel = zwischen dem 25%- und 75%-Quantil, niedrig = zwischen dem 5%- und 25%-Quantil, sehr niedrig = unter dem 5%-Quantil. Quelle: Wasserhaushalt Österreich – Monatsbericht Jänner, Juli 2026 / BMLUK

Grundwasserstände ausgewählter Gemeinden/Messpunkte im Jahresvergleich

Leobendorf

Maria Saal

Umhausen Tumpen

Wappeltsham

Trinkwasser - Vorrang für Menschen

Wer beim Trinkwasser an erster Stelle stehen muss?
Der Mensch.

Besser schützen, besser nützen.

Wenn unser Trinkwasser knapp wird, muss die Versorgung der Bevölkerung Vorrang haben. Mit den sinkenden Grundwasserspiegeln durch steigende Temperaturen erhöht sich der Verbrauch der Bevölkerung, aber auch in Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft. Eine Novelle des Wasserrechtsgesetzes muss sicherstellen, dass die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung bei Wassermangel Vorrang hat. Und es braucht verpflichtende Messungen der Wasserentnahme (Wasserzähler) in Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie, die – wie bei der Bevölkerung – für Kontrolle und Transparenz sorgen.

Vorrang für unsere Bevölkerung – auch bei der Trinkwasserversorgung!

Trotz der niedrigen Grundwasserspiegel gibt es derzeit keine fundierte Datenbasis zu Wasserbedarf und Grundwasserentnahmemengen. Damit fehlt auch die Grundlage für Steuerungsmaßnahmen in Wassermangellagen. Die Schaffung entsprechender rechtlicher Regelungen ist im Regierungsprogramm zwar vereinbart und fest geschrieben, dieses bedarf jedoch einer raschen Umsetzung.

Die geltende Rechtslage (stammt zum Teil noch aus dem Reichswasserrechtsgesetz von 1869) reicht aktuell nicht aus, um effektiv Abhilfe zu schaffen bzw. ist massiv veraltet. Die Bestimmungen des Wasserrechtsgesetzes (§§ 13, 25, 71) können weder im Vollzug praktisch umgesetzt werden, noch gibt es dazu Judikatur. Diese veraltete Legistik führt in Kombination mit unklaren Zuständigkeiten, und fehlenden Mitwirkungsmöglichkeiten öffentlicher Trinkwasserversorger zu einer Gefährdung der Versorgungssicherheit. Die zur Entscheidung berufenen Wasserrechtsbehörden haben derzeit kein praktikables und klares Regelwerk zur Verfügung.

Die ÖVGW fordert daher

Das Gesetz liegt auf dem Tisch –
jetzt ist der Minister am Zug!

„Das zuständige Landwirtschaftsministerium hat
die notwendige Novelle des Gesetzes bis jetzt nicht vorgelegt, also sind wir seitens ÖVGW mit einem
Gesetzesvorschlag aktiv geworden. Darin findet sich der praktikable und rechtssichere Schutz der Trinkwasserversorgung für alle Beteiligten. Nur so kann eine sichere Trinkwasserversorgung auch in Zeiten des Klimawandels abgesichert werden. Wir erwarten von Minister Totschnig, dass er seine Verantwortung wahrnimmt und besser heute als morgen das Regierungsprogramm umsetzt.“ sagt ÖVGW-Vizepräsident Nikolaus Sauer.

Mag. Nikolaus Sauer
ÖVGW-Vizepräsident

Transparenz beim Wasserverbrauch

Wäre der Verbrauch nur so klar wie unser Wasser!

Besser schützen, besser nützen.


Niemand weiß, wie viel Trinkwasser in Österreich verbraucht wird: Noch immer fehlt die gesetzliche Grundlage für Transparenz, also verpflichtende Messungen der Wasserentnahme auch für Wasserverbraucher in Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft. In der von Bundesminister Totschnig in groben Eckpunkten Ende Juli vorgestellten Wasserentnahmeregisterverordung soll dies nun umgesetzt werden.

Diesbezüglich fordert die ÖVGW echte Transparenz. Es braucht also:

Das alles, um den Wasserverbrauch österreichweit transparent zu erfassen und unser Trinkwasser zu schützen – und besser zu nützen.

Über die ÖVGW

Die unabhängige Interessens­vertretung

ÖVGW Logo

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessenvertretung für die österreichischen Trinkwasserversorger. Sie zählt über 314 Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern.

Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 2.000 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der zentral versorgten Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird zu 100 % aus Grundwasser (Brunnen und Quellen) gewonnen, welches großteils nicht aufbereitet werden muss.

Für die ÖVGW steht daher der Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser in Zeiten des Klimawandels im Fokus.

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